Alternativen

Alternativen

EBM gg. GOÄ

Welche Alternativen gibt es?

Wir verschließen uns nicht der Diskussion über die zukünftige Gestaltung des Deutschen Gesundheitssystems sondern fördern die Diskussion aktiv, da wir gewisse Ungerechtigkeiten im aktuellen System weder übersehen können noch wollen.


Die beiden Abrechnungssysteme


Ein maßgebliches Problem für die "gefühlte" Ungleichbehandlung von PKV- und GKV-Versicherten sind die unterschiedlichen Abrechnungssysteme, welche wir hier kurz vorstellen möchten.


Der einheitliche  Bewertungsmaßstab (EBM) der GKV: Bei der Gesetzlichen Krankenkasse gilt das sog. Sachleistungsprinzip Vertragsärzte und -psychotherapeuten liquidieren ihr Honorar nicht direkt vom Patienten sondern übermitteln quartalsweise eine Auflistung aller Leistungen welche Sie für Kassenversicherte erbracht haben an die Kassenärztliche Vereinigung (KV). Grundlage hierfür ist der einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) als Leistungsverzeichnis der gesetzlichen Vertragspartner. Die KV überprüft die Abrechnungsdaten und überweist im Anschluss das Honorar auf Grund der Honorarvereinbarung, welche an Hand bundesweiter Vereinbarungen zwischen KV und GKV bemessen wird


Die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ): Bei Privatversicherten rechnet der Arzt direkt mit dem Patienten ab (Privatliquidation). Der Versicherte reicht anschließend seine Rechnung(en) bei seiner Privaten Krankenkasse ein. Grundlage für die Abrechnung ist die sog. Gebührenordnung für Ärzte bzw. Gebührenordnung für Zahnärzte.

Maßgeblich hierbei ist jeweils der medizinische Einzelfall unter Berücksichtigung des Zeitaufwands, der Vermögens- und Einkommenssituation des Patienten unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse.

Die Tatsache, dass Ärzte für gleiche oder ähnliche Behandlung an Patienten nur auf Grund der Frage ob es sich um einen privat oder gesetzlichen Versicherten handelt entlohnt werden ist häufig ungerecht und bedarf Handlung.


Wir erkennen an, daß es teilweise drastische Unterschiede bei der Entlohnung von Ärzten gibt, auch wenn die erbrachten medizinischen Leistungen identisch oder ähnlich sind. Dies erscheint in vielen Fällen als unbillig und ungerecht


Mögliche Lösungen


Das Konzept einer Bürgerversicherung ist definitiv kein praktikabler Lösungsansatz für die Behebung dieser Ungleichbehandlung. Jedoch gibt es durchaus sinnvolle Lösungsansäte:


Angleichung des Leistungskatalogs: Während die PKV sich offen für neue und alternative Behandlungsmethoden zeigt, wenn diese in der Praxis gute oder verbesserte Wirkung indiziert dauert es oft Jahre bis neue Therapien in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen werden und somit Kassenpatienten zur Verfügung stehen. Grund hierfür ist unter anderem ein bürokratischer Marathon. Neue Behandlungsmethoden müssen zunächst vom Gemeinsamen Bundesausschuß (G-BA), welcher aus Vertretern von Vertragsärzten, Vertragszahnärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen, unter Mitberatungsrecht von Patientenorganisationen, besteht die Behandlungsmethode in Form einer verbindlichen Richtlinie genehmigt werde. Dieser Prozess ist langwierig und für Patienten oft nicht transparent. Für alle Beteiligten, insbesondere aber Patienten wäre es wünschenswert hier die Prozesse von PKV und GKV anzupassen.


Anpassung der Vergütungssysteme: Während die GOÄ weitestgehend auf die tatsächlich notwendige und erbrachte Leistung am Patienten abstellt, bemisst sich der EBM vorallem an Prozessen, welche einheitlich vergütet werden. Die "Fallpauschale" ist für viele Ärzte und Krankenhäuser ein rotes Tuch, da individuelle oder erweiterte Behandlungen nicht berücksichtigt werden. Tatsächlich sind aber Private Krankenkasse Unternehmen welche sehr effektiv auf abgerechnete und erbrachte Leistungen abstellen.


Gerechtere Terminvergabe: Auch wenn die Akut- und Notfallmedizin natürlich auch GKV-Versicherte umgehend versorgt kann es bei der Terminvergabe insb. bei Fachärzten bei Kassenpatienten zu erheblich längeren Wartezeiten kommen, wenn das Leiden nicht unmittelbar lebens- oder gesundheitsgefährdend ist. Um diesen Missstand zu beheben und unzumutbare Wartezeiten für GKV-Versicherte zu vermeiden wurden von der Kassenärztlichen Vereinigung regionale Terminservicestellen eingerichtet (http://www.kbv.de). Diese sind vielen Bürgern jedoch noch unbekannt und werden daher relativ selten genutzt. Hier wäre eine bundesweite Kampagne anzuraten.



Es gibt somit bereits viele Lösungsansätze welche unter Beibehaltung des dualen Krankenversicherungssystems eine gerechte und zukunftsfähige Versorgung aller Versicherten sicherstellen können.

KONTAKT



Ansprechpartner

Thomas Kadner

Occamstr. 19

80802 München

info@produale-kv.de

Tel. 0176-32393476


Eine Initiative des

Deutschen  Bankangestellten Verband e.V. (DBV) - Gewerkschaft

der Finanzdienstleister

Kreuzstr. 20

40210 Düsseldorf

info@dbv-gewerkschaft.de

www.dbv-gewerkschaft.de





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27. Juli 2018

NEUREGELUNG FÜR BEAMTENANWÄRTER IN HH

Ab August haben Anwärter die Wahl zwischen PKV und GKV-Zuschuss. Mehr zum Thema


22. Januar 2018

ERGEBNISSE SONDIERUNGSGESPRÄCHE

SPD fordert Nachbesserungen Näheres finden Sie hier.


12. Januar 2018

ERGEBNISSE SONDIERUNGSGESPRÄCHE ZWISCHEN CDU, CSU UND SPD

Detaillierte Informationen  hier.




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23. Januar 2017

Unsere Initiative im Versicherungsjournal. Mehr...



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*Helga Schäferling(*1957), deutsche Sozialpädagoging

©2018 Thomas Kadner